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Eine klare Übersicht über das Gehalt in Lehrberufen – oder wie man in Österreich sagt: die Lehrberufe Gehaltstabelle – hilft jungen Menschen bei der Entscheidung für eine Ausbildung genauso wie bei der Planung der Finanzen während der Lehrzeit. In vielen Branchen gilt eine gültige Gehaltstabelle, die sich nach Lehrjahr, Branche und Region richtet. Mit diesem umfangreichen Leitfaden erhältst du nicht nur Einblicke in konkrete Gehaltsbereiche einzelner Lehrberufe, sondern auch praktische Tipps, wie du dein Einkommen während der Ausbildung verbessern kannst und welche Perspektiven sich danach bieten.

Der Ausdruck Lehre bzw. Lehrberufe beschreibt in Österreich eine duale Ausbildung: Theoretischer Unterricht in der Berufsschule und praktische Arbeit im Lehrbetrieb. Die Bezahlung der Lehrlinge wird als Lehrlingsentschädigung (LE) bezeichnet und richtet sich oft nach Kollektivverträgen, Tarifverträgen zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften sowie nach lokalen Vereinbarungen. Die Zahlen schwanken von Jahr zu Jahr, Region zu Region und je nach Branche. Diese Gehaltstabelle bietet dir eine fundierte Orientierung, ergänzt durch praxisnahe Hinweise, wie du mehr verdienen oder besser planen kannst.

Was bedeutet eine Gehaltstabelle in Lehrberufen?

Eine Gehaltstabelle für Lehrberufe bündelt die typischen Bruttozahlen, die Lehrlinge in den ersten Jahren ihrer Ausbildung erhalten. Sie dient als Orientierungshilfe, zeigt Entwicklungspotenziale und macht klar, wo Unterschiede zwischen Branchen oder Regionen bestehen. In Österreich gibt es Unterschiede zwischen handwerklichen Berufen, Industrie- bzw. technischen Bereichen und Dienstleistungsberufen. Die Gehaltstabelle berücksichtigt oft drei zentrale Faktoren:

  • Lehrjahr: Das Gehalt steigt in der Regel mit jedem weiteren Lehrjahr an.
  • Branche/Kollektivvertrag: Bestimmte Gewerke haben höhere oder niedrigere Grundsätze.
  • Region/Bundesland: Je nach Kostenstruktur in Wien, Niederösterreich, Tirol, Salzburg etc. können Abweichungen auftreten.

Wichtig ist: Die genannten Werte sind Richtwerte. In deiner konkreten Lehrstelle können individuelle Zuschläge, Fahrtkosten, Verpflegungszuschüsse oder überdurchschnittliche Arbeitszeiten das Einkommen beeinflussen. Wenn du eine konkrete Gehaltsvorstellung für deinen Lehrberuf kennst, lässt sich daraus eine realistische Budgetplanung ableiten.

Gehaltstabelle Lehrberufe: Beispielwerte (allgemein)

Im Folgenden findest du eine kompakte Übersicht der typischen Bruttobeträge, die Lehrlinge in der ersten bis dritten Lehrjahre in vielen Branchen erhalten. Die Werte sind als Orientierung zu verstehen und spiegeln die üblicherweise geltenden Bandbreiten wider. Regionale Unterschiede und branchenspezifische Vereinbarungen können Abweichungen nach oben oder unten verursachen.

Lehrjahr Gehalt brutto (ca.) Hinweis
1. Lehrjahr 600 – 900 EUR Je nach Branche und Region; typischer Startbereich
2. Lehrjahr 750 – 1100 EUR In der Regel fortlaufend angehoben
3. Lehrjahr 900 – 1300 EUR Häufiger Sprung in die obere Bandbreite

Diese allgemeine Gehaltstabelle Lehrberufe vermittelt dir eine grobe Orientierung. Viele Lehrbetriebe zahlen zusätzlich zu der regulären Lehrlingsentschädigung Zuschüsse für Verpflegung, Fahrtkosten oder Ausbildungsmaterialien. Zudem gibt es in bestimmten Branchen Sonderregelungen, die dein netto Einkommen positiv beeinflussen können. Im nächsten Abschnitt schauen wir uns konkrete Lehrberufe genauer an und geben dir die typischen Werte pro Beruf an.

Gehaltstabelle Lehrberufe: Beispielwerte pro Lehrberuf (Beispielwerte)

Nachfolgend findest du exemplarische Gehaltsbögen für gängige Lehrberufe. Die Werte sind Richtwerte, die sich an landläufigen Kollektivverträgen orientieren und jahresbedingt variieren können. Nutze sie als Anhaltspunkt, um deine eigene Planung vorzunehmen.

Elektriker/in – Lehrlingsgehalt (Beispielwerte)

1. Lehrjahr: 650 – 800 EUR

2. Lehrjahr: 800 – 1050 EUR

3. Lehrjahr: 1000 – 1300 EUR

Kfz-Mechatroniker/in – Lehrlingsgehalt (Beispielwerte)

1. Lehrjahr: 680 – 820 EUR

2. Lehrjahr: 820 – 1050 EUR

3. Lehrjahr: 1050 – 1350 EUR

Schreiner/in (Tischler) – Lehrlingsgehalt (Beispielwerte)

1. Lehrjahr: 630 – 780 EUR

2. Lehrjahr: 790 – 1020 EUR

3. Lehrjahr: 970 – 1250 EUR

Installations- und Gebäudetechniker/in – Lehrlingsgehalt (Beispielwerte)

1. Lehrjahr: 600 – 780 EUR

2. Lehrjahr: 790 – 1020 EUR

3. Lehrjahr: 980 – 1250 EUR

Friseur/in – Lehrlingsgehalt (Beispielwerte)

1. Lehrjahr: 550 – 700 EUR

2. Lehrjahr: 700 – 900 EUR

3. Lehrjahr: 900 – 1100 EUR

Metalltechnik – Lehrlingsgehalt (Beispielwerte)

1. Lehrjahr: 640 – 780 EUR

2. Lehrjahr: 800 – 1050 EUR

3. Lehrjahr: 1000 – 1300 EUR

Konditor/in – Lehrlingsgehalt (Beispielwerte)

1. Lehrjahr: 600 – 750 EUR

2. Lehrjahr: 750 – 980 EUR

3. Lehrjahr: 950 – 1200 EUR

Hinweis: Diese Werte berücksichtigen im Allgemeinen die gängigen Lehrausbildungen und stehen stellvertretend für typische Bandbreiten. In einzelnen Regionen kann das Gehalt höher oder niedriger ausfallen, insbesondere wenn besondere Zuschläge, Schicht- oder Wochenenddienste anfallen. Die konkrete Höhe erhältst du direkt von deinem Lehrbetrieb oder kannst sie in den aktuellen Kollektivverträgen nachlesen.

Gehaltstabelle Lehrberufe: Entwicklung im Verlauf der Lehrzeit

Eine zentrale Frage bei Lehrberufen ist: Wie entwickelt sich das Gehalt während der Lehrzeit konkret? Typischerweise steigt das Gehalt mit jedem Lehrjahr, wobei der Anstieg nicht immer linear erfolgt. Manchmal gibt es Sprünge vor allem im letzten Lehrjahr, wenn man sich dem Lehrabschluss nähert oder spezielle Zusatzqualifikationen erwirbt. Neben der reinen Lehrlingsentschädigung können Zuschläge, Fahrtkostenzuschüsse, Verpflegungszuschüsse oder Ausbildungsbudgets das Einkommen zusätzlich positiv beeinflussen.

  • 1. Lehrjahr: Der Fokus liegt auf dem Erlernen grundlegender Fertigkeiten. Das Gehalt liegt meist im unteren Drittel der Bandbreite, oft zwischen 550 und 900 EUR brutto.
  • 2. Lehrjahr: Mit zunehmender Praxis steigt das Gehalt tendenziell an, häufiger im Bereich von 750 bis 1100 EUR brutto.
  • 3. Lehrjahr: Abschlussnahe Kompetenzen, mehr Verantwortung und oft zusätzliche Qualifikationen führen zu höheren Beträgen, typischerweise 900 bis 1300 EUR brutto.

Wichtig ist, dass diese Staffelung nicht starr ist. Branchen- und tarifliche Gehaltszuordnungen können zu stärkeren oder schwächeren Anstiegen führen. Ein Unternehmen, das gezielt in die Ausbildung investiert, zahlt oft eine leicht höhere Lehrlingsentschädigung, um Spitzenkräfte zu fördern oder qualifizierte Nachwucht zu sichern.

Regionale Unterschiede und Tarifverträge in der Lehre

In Österreich spielen regionale Unterschiede und branchenbezogene Tarifverträge eine zentrale Rolle bei der Festlegung der Lehrlingsentschädigung. Wien, Niederösterreich, Burgenland, Steiermark, Kärnten, Salzburg, Tirol und Vorarlberg weisen oft ähnliche Strukturen auf, aber die konkreten Beträge können variieren. Zudem beeinflusst der Kollektivvertrag der jeweiligen Branche die Bezahlung der Lehrlinge erheblich. Handwerkliche Berufe haben häufig andere Tabellen als industrielle Berufe.

Zusätzliche Faktoren, die das Gehalt beeinflussen können, sind:

  • Unternehmensgröße: Größere Betriebe investieren oft mehr in Ausbildung und zahlen höhere Zuschläge.
  • Schicht- und Wochenenddienste: Zuschläge für Spät- und Nachtarbeit kommen hinzu.
  • Verpflegungs- und Fahrtkostenzuschüsse: Häufige Zusatzleistungen, die das Nettoeinkommen erhöhen.
  • Fortbildungsmöglichkeiten: Kostenübernahmen für Lehrgänge oder spezielle Zertifikate können sich finanziell lohnen.

Wenn du konkrete Zahlen suchst, hilft dir der Blick in den aktuellen Kollektivvertrag deines gewünschten Berufsfelds. Dein Lehrbetrieb kann dir außerdem die für dich geltenden Werte nennen. Eine gute Orientierung bietet auch der etablierte Vergleich von Lehrlingsentschädigungen in regionalen Branchenportalen oder Gewerkschaftsseiten.

Gehaltstabelle Lehrberufe: Praxis-Tipps, wie du während der Ausbildung besser verdienst

Es gibt mehrere Wege, wie du dein Einkommen während der Lehrzeit optimieren kannst, ohne Abstriche bei der Ausbildung zu machen. Hier sind praxisnahe Strategien, die sich oft bewähren:

  • Berufsbegleitende Zusatzqualifikationen: Sich frühzeitig zusätzliche Zertifikate aneignen, die im Betrieb geschätzt werden (z. B. Grundkenntnisse in CAD, CNC-Grundlagen, EDV-Kenntnisse).
  • Schicht- und Wochenenddienste: Wer bereit ist, unattraktive Schichten zu übernehmen, kann oft höhere Zuschläge erhalten. Kläre vorher die Bereitschaft mit dem Arbeitgeber.
  • Fahrt- und Verpflegungszuschüsse verhandeln: Viele Betriebe bieten Zuschüsse für Pendler oder Mahlzeiten, besonders bei längeren Arbeitstagen.
  • Verhandeln zu Lehrzeiten-Jahreswechsel: Statt jährlicher kleiner Anpassungen kann man bei einem Wechsel zum nächsten Lehrjahr eine gezielte Gehaltsanpassung ansprechen.
  • Ausbildungsbudget nutzen: Einige Betriebe stellen Mittel für Werkzeuge, Arbeitskleidung oder Schulmaterialien bereit – das spart privat Geld und erhöht indirekt das verfügbare Einkommen.
  • Zusätzliche Ausbildung: Nach Abschluss der Lehre bieten sich Meister- oder Fachschule an, die oft mit höheren Gehältern belohnt werden.

Hinweis: Transparente Kommunikation mit dem Lehrbetrieb zahlt sich aus. Frage aktiv nach möglichen Zuschlägen, Verpflegungspauschalen oder Fahrtkosten. Oft gibt es individuelle Vereinbarungen, die das Gehalt direkt verbessern.

Ausblick: Von der Lehre zum Meister und darüber hinaus

Die Lehrberufe Gehaltstabelle ist nur der Start. Nach der erfolgreichen Lehrzeit öffnen sich vielfältige Wege, um das Einkommen weiter zu steigern und die Karriere gezielt zu gestalten. Typische Optionen sind:

  • Meisterprüfungen und Fachlehrer: Mit der Meisterprüfung in Handwerk oder Technik steigen Verantwortungsbereiche und Gehälter.
  • Fachschulen und Weiterbildungen: Zertifikate in Spezialisierung (z. B. Elektrotechnik, Metallbau, Sanitärtechnik) erhöhen Marktwert.
  • Aufstieg in den Betriebsleitungen: Technische Leitung, Projektmanagement oder Qualitätsmanagement offerieren oft deutlich höhere Einkommen.
  • Selbstständigkeit oder Gründung: Als Unternehmer/in in einem spezialisierten Bereich kann das Gehalt stark variieren, bietet aber unter Umständen größere finanzielle Spielräume.

Der Trend zeigt, dass eine solide Grundausbildung durch gezielte Weiterbildungen oft zu stabileren Karrierewegen führt. Zudem profitieren Absolventinnen und Absolventen von der hohen Nachfrage nach gut ausgebildeten Fachkräften in Österreich.

FAQ zur Lehrberufe Gehaltstabelle

Wie hoch ist das Gehalt in der Lehre in Österreich typischerweise?
Typischerweise liegt das Brutto im ersten Lehrjahr grob zwischen 550 und 900 EUR, in den folgenden Lehrjahren steigt es meist auf 750 bis 1300 EUR oder mehr, je nach Branche und Region.
Gibt es Unterschiede zwischen Kollektivverträgen?
Ja. Unterschiedliche Branchen haben unterschiedliche Kollektivverträge, die die Lehrlingsentschädigung festlegen. Handwerk, Industrie und Dienstleistungen können daher leicht unterschiedliche Gehaltsniveaus aufweisen.
Bezieht man Zuschläge oder Zuschüsse zur Lehrlingsentschädigung?
Oft gibt es Zuschläge für Schicht- oder Wochenenddienste, Verpflegungs- und Fahrtkostenzuschüsse sowie Ausbildungsbudgets. Diese Zuschüsse erhöhen das effektive Einkommen.
Sind Regionale Unterschiede wichtig?
Ja. Die Bundesländer in Österreich beeinflussen in der Praxis die Höhe der Lehrlingsentschädigung. Wien kann anders sein als ländliche Regionen, abhängig vom jeweiligen Branchenkontext.
Wie gelingt der Sprung nach der Lehre?
Mit erfolgreichen Meisterprüfungen oder Fachschulabschlüssen steigen die Verdienstmöglichkeiten oft deutlich. Netzwerke, Praxisprojekte und Weiterbildungen zahlen sich langfristig aus.

Fazit: Die Lehrberufe Gehaltstabelle als Kompass für Ausbildung und Zukunft

Eine gut recherchierte Gehaltstabelle Lehrberufe bietet Orientierung – nicht nur für dich als angehende/r Lehrling, sondern auch für Eltern, Berater und Arbeitgeber. Sie zeigt, welche finanzielle Planung realistisch ist, wie sich das Einkommen im Verlauf der Lehrzeit entwickelt und wo du mit Zusatzqualifikationen oder Weiterbildungen das Einkommen noch zielgerichtet steigern kannst. Die wichtigsten Takeaways:

  • Lehrgeld ist abhängig von Lehrjahr, Branche und Region. Die Bandbreiten geben dir eine verlässliche Orientierung.
  • Durch gezielte Zusatzqualifikationen, Zuschläge und Verhandlungsbereitschaft kannst du dein Einkommen in der Lehrzeit besser gestalten.
  • Nach der Lehre eröffnen dir Meister- und Fachschulwege attraktive Karriere- und Verdienstperspektiven, die durch eine solide Grundausbildung gestützt werden.
  • Informiere dich regelmäßig über aktuelle Kollektivverträge und regionale Regelungen, um immer auf dem neuesten Stand zu bleiben.

Ob du eine Entscheidung für eine Lehrstelle triffst oder bereits mitten in deiner Ausbildung bist – die Lehrberufe Gehaltstabelle hilft dir, kluge finanzielle Entscheidungen zu treffen und deine berufliche Zukunft gezielt zu planen. Nutze diese Orientierung, um deine Stärken auszubauen, deine Ziele zu definieren und den Weg von der Lehre bis zur Meisterprüfung oder einer weiterführenden Spezialisierung erfolgreich zu gehen.